Monthly Archives: June 2018


Unser CPM-Automotive Experte Heiko Rogge über eine Vielzahl wichtiger Einflussfaktoren auf den Independent Aftermarket und sich daraus ergebende Chancen für die Teileindustrie.

 

 

Aktuell erfährt der IAM einen Wandel seiner Struktur durch eine Vielzahl von Firmenfusionen und -übernahmen; sowohl auf nationaler aber auch internationales Ebene. Ein Beispiel dafür ist die Übernahme von TROST durch Wessels Müller und deren Aufstieg zum deutschen Mega-Distributor mit nationaler Vorrangstellung. Auch die Übernahme des deutschen Großhändlers Stahlgruber durch die US-amerikanische LKQ Corporate sorgte für großes Aufsehen in der Branche. Es ist davon auszugehen, dass osteuropäische und asiatische Anbieter ihre Präsenzen im deutschen Aftermarket massiv ausbauen werden. Der Preisdruck auf die Teileindustrie wird somit durch die Ausnahme- und Vormachtstellung der Handels-Grossisten weiter zunehmen.

 

Ein weiterer Einflussfaktor im IAM ist die zunehmende Digitalisierung der Fahrzeuge. Die Fahrzeuge sind nicht nur miteinander, sondern auch mit den Fahrzeugherstellern vernetzt. Visionär erstreckt sich diese Vernetzung über den Nutzer bis hin zur Werkstatt. Autos werden zukünftig in der Lage sein, anstehenden Service- und Teilebedarf automatisch zu ermitteln und anschließend zu versenden. Eine entsprechende Werkstattsteuerung der Fahrzeuge sowie die Terminkoordinierung erfolgen ebenso autonom. Gleiches gilt sowohl für die Ermittlung des Teilebedarfs als auch die Teilebestellung.

 

Die Speicherung und Verwendung der Fahrzeugdaten und somit auch deren Nutzer stehen im Fokus. Ehemals branchenfremde Unternehmen werden auf Grund des Interesses an den Daten auf den Fahrzeug- bzw. Aftermarket drängen.

 

Auch die künftigen Ansprüche an Mobilität und Verkehr verändern sich aufgrund von Megatrends wie Demographie, Klimawandel und Ressourcenknappheit sowie Globalisierung und Liberalisierung zusehends. Dies fördert das Entstehen unterschiedlicher Mobilitätskonzepte und Dienstleistungen: Carsharing und nutzungsabhängige Bezahlmodelle lassen potentiell die Volumina im Aftermarket sinken.

 

Mit Blick auf die öffentliche Dieseldiskussion und den dadurch entstehenden politischen Druck, werden alternative Antriebe den Teilebedarf in den Werkstätten und somit im gesamten Aftermarket mittel- bis langfristig beeinflussen. Auch wenn es nach wie vor Verbrennungsmotoren gibt und mittelfristig geben wird, drängen Hybrid- und Elektrofahrzeuge verstärkt auf den Markt. Dadurch sehen sich ganze Produktgruppen (Motoren-, Abgas-, Bremsenteile) mit einer veränderten Nachfragesituation konfrontiert. Dagegen wird der Bedarf an Elektronikteilen und Batterietechnik überproportional stark ansteigen. Wasserstoffgetriebene Motoren sind ebenfalls auf dem Vormarsch.

 

Wie in der Studie „Einkaufsverhalten von Werkstätten im Spannungsfeld zwischen IAM & OES“ der Wolk Aftersales Experts eingehend beleuchtet, drängen OES-Teile verstärkt in den IAM. Begleitend dazu bieten diese Teilegroßhändler einen erheblich besseren technischen und informativen Support als die Teilegroßhändler des IAM. Dadurch könnten die Werkstattbasis in Zukunft geneigt sein, einen signifikanten Preisunterschied zu Lasten des OES doch zu akzeptieren.

 

Ein weiterer Faktor der Zukunft wird das Thema „Autonomes Fahren“ sein, welches einen gravierenden Rückgang des Bedarfs an Karosserie- und Verschleißteilen nach sich zieht. Durch die verwendeten Techniken ist mit Umsatzeinbußen von 52% bis 2030 bei Karosserieschäden (gemäß KPMG) zu rechnen. Gesteuert von entsprechender Fahrzeugtechnik leistet das „intelligente Fahren“ einen deutlichen Beitrag zur Bedarfsreduktion von Verschleißteilen.

 

Der am ehesten zu steuernde Einflussfaktor des IAM ist die deutlich veränderte Eigenwahrnehmung der freien Werkstätten. Hieraus entstand in den vergangenen Jahren ein klarer und selbstbewusster Anspruch an Industrie und Teilehandel. Ein eindrucksvolles Statement gab Herr Achenbach, selbst Inhaber einer freien Kfz-Werkstatt in Bochum, als er auf dem diesjährigen Wolk Aftermarket Forum in Essen sagte: „Dem eigentlichen Kfz-Ersatz- oder Verschleißteil muss noch etwas anderes folgen. Wir brauchen wieder mehr Informationen!“

 

Die deutsche Aftermarket-Industrie steht also vor großen Herausforderungen, wenn sie sich nicht von den aufgezeigten Faktoren dirigieren lassen möchte.

 

Ein Schlüsselfaktor ist aus unserer Sicht die Loyalität der freien Werkstätten sowie der direkte Kontakt der Industrie zur Werkstattbasis. Eine gelebte, aktive Beziehung auf direktem Weg zwischen Werkstatt und Industrie wird in Zukunft eine herausragende Stellung im Kampf um Marktanteile und Marktpositionierung haben.

 

 

Den nächsten Artikel zum Thema “Einfluss von alternativen Antrieben auf den Independent Aftermarket” finden Sie hier!

 

Die CPM Germany Bad Homburg bietet spannende Ansatz- und Lösungsmöglichkeiten zum Thema „Aktive Marktbearbeitung und Face-to-Face-Kontakte in freien Kfz-Werkstätten“. Gerne stehe ich Ihnen für ein Gespräch über dieses entscheidende Zukunftsthema zur Verfügung. Ein Anruf genügt: +49 6172 805 377

The Means Matter – Improving Sales

 

Our latest CPM Expert Speak comes from Mandeep Singh; MD & CEO, CPM India

 

The process of closing a business at CPM India is akin to any other business pitching to win. Upon receiving the requirements, we prepare extensively by discerning the pain points of our prospective client, strategise masterfully the exact method of execution, and present stunningly to secure the client and win the business.

 

Moments of celebration later, a conventional business would begin the process of delivering on the promised key performance indicators and commence the execution of the won project. This is the output phase where a company gets lost in the daily grind of achieving the end results of increasing the share of shelves, improving sales numbers, etc.

 

A vacuum is created between these two phases which is what separates CPM India from the conventional business. We, at CPM India, believe that ‘the means matter’ and we put the same amount of efforts in this input phase as any other phase. How do we do that?

 

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We do it through PERFORMICS which is nothing but performing retail execution by building better insights and capabilities for improving sales. We essentially integrated CPM’s brand essence to create a product that puts us on the retail intelligence map.

 

PERFORMICS is a tool-aided process to synergize the efforts of different silos and smooth the flow of information from the top to bottom and vice versa. It enables the client teams to plan activities such as merchandising activities, target tracking, and route planning through a customized web portal, the information from which directly flows to the android applications available with the field sales force which can use it to easily capture data and carry out the planned activities and also provide the client sales teams access to real time information. PERFORMICS includes compliance and analytics modules to audit the work and transform the available data into actionable retail insights. The whole process accelerates the performance and improves the sales manifold.

 

PERFORMICS has been a great enabler for us to look at the quality of inputs and focus on some data points to ensure that the end results are achieved. All in all,

 

PERFORMICS is a way to fill the void that existed in a client-agency relationship and has opened the doors for CPM India to venture into the retail intelligence space and make a huge impact. More importantly, PERFORMICS lets CPM India work more effectively for its existing clients to create insights that create the influence to drive sales.

 

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Unser CPM-Automotive Experte Heiko Rogge über Herausforderungen in der Vertriebsstruktur des Independent Aftermarkets und welche Chancen sich für Teilehersteller hieraus ergeben.

Der deutsche Independent Aftermarket unterliegt einer klaren Vertriebsstruktur. Auf dem Vertriebsweg der Kfz-Ersatz- und Verschleißteile, von der produzierenden Industrie bis in die verbauende Kfz-Werkstatt, sind unterschiedliche Vertriebsstufen und -kanäle zwischengeschaltet.

Über Handels- und Einkaufskooperationen (CARAT, TEMOT, GroupAuto) sowie Distributionskanäle (≈ 30/700Outlets; WM-TROST, Stahlgruber, Matthies), über den klassischen Fachgroßhandel bis hin zu mittleren und kleineren Jobbern oder auch zunehmend über den Online-Teilehandel, gelangen die Produkte in die ca. 34.000 Werkstätten. Diese Werkstätten wiederum gliedern sich in freie, meist Inhaber geführte Kfz-Werkstätten (≈ 20.000), systemgebundene Werkstätten (≈ 12.000; z.B. 1A-Auto Service, Bosch Car Service usw.), Autoglas-Outlets (≈ 1.420; Carglass, Scheiben-Doktor) und Smart-Repair (≈ 440; Clever Repair) sowie Reifenhändler mit Service-Werkstatt (≈ 4.400; Premio, Euromaster), Fachmarkt- und Fachhandelssysteme (≈ 700; A.T.U.) , Lack- & Karosseriebetriebe/Ketten (≈ 3.400 5-Star, Identica). Hinzu kommen Online-Shops und -Plattformen wie kfzteile24.de, tyre24 und ebayMotors. Nicht betrachtet wurde hier die OES-Schiene der Automobilhersteller.

 

Wie eingangs erläutert, existiert in Deutschland eine flächendeckende Versorgung des Kfz-Teilebedarfs durch verschiedenste Handels- und Outlet-Modelle. Dabei werden die Werkstätten im Durchschnitt drei- bis viermal pro Tag seitens der Handelsbetriebe mit Teilen beliefert. In Ballungsgebieten teilweise mit deutlich höherer Frequenz. Der Branchenumsatz aus Arbeitsleistung- und Teileverkauf summiert sich auf über 30 Mrd. Euro pro Jahr.

 

Oftmals finden originäre Vertriebs- und Informationstätigkeiten lediglich auf der Handelsebene statt. Nur wenige Aftermarket-Teilehersteller leisten sich einen direkten Werkstatt-Außendienst. Trainingsaktivitäten für die freien Werkstätten werden auf Handelsebene organisiert und durch die jeweiligen Teilehersteller realisiert. Ein direkter Zugriff durch die produzierende Industrie auf die Werkstattbasis ist, von wenigen Ausnahmen abgesehen, nicht vorhanden. Obgleich die direkte Informationsverteilung in die Kfz-Werkstatt eine der wichtigsten Einflussfaktoren für den künftigen Erfolg der Teile-Hersteller sein wird. Bereits eingesetzte Informations- und Trainings-Plattformen im Internet können diese Aufgabe nur sporadisch erfüllen, denn auch dieser Weg ist erklärungs- und informationsbedürftig und trifft derzeit noch nicht die methodischen Anforderungen der selbstständigen Werkstatt-Eigentümer.

 

Eine Veränderung der Kfz-Teile-Vertriebsstruktur ist, obgleich bereits öffentlich geäußert, wenn überhaupt ein Zukunftsthema in weiter Ferne. Da das Kerngeschäft des Handels im gewinnbringenden Vertrieb der Kfz-Teile bei kleinstmöglicher Produktverweildauer im eigenen Lager liegt, besteht hier ein Interessenkonflikt bezüglich der wichtigen Aufklärungs- und Informationsarbeit in den Werkstätten. Seitens der freien Werkstätten wird genau diese detaillierte Informationsversorgung nicht nur gewünscht, sondern gefordert. Dies untermauerte eindrucksvoll das Statement von Frank Achenbach, Inhaber einer freien Werkstatt in Bochum, als er vor dem ‚Who is Who‘ des internationalen IAM forderte: „Dem eigentlichen Kfz-Ersatz- und Verschleißteil muss noch etwas anderes folgen. Wir brauchen wieder mehr Informationen!“ Während unserer intensiven Arbeit an der Werkstattbasis, begegneten uns derartig gelagerte Forderungen mehrheitlich.

 

Unserer Meinung nach ist die direkte und weitsichtige Marktbetreuung durch effiziente Face-to-Face Kontakte zu freien Werkstätten ein Schlüssel, um dem anstehenden Strukturwandel im IAM nicht nur zu begegnen, sondern sogar aktiv für sich nutzen zu können. Jedoch sehen wir dabei den „First-Move-Advantage“ als entscheidenden Faktor zur Steigerung des eigenen Marktanteils.

 

Den nächsten Beitrag in unserer Serie finden Sie hier!

 

Die CPM Germany Bad Homburg bietet Ihnen zu diesem Thema spannende Ansatz- und Lösungsmöglichkeiten. Gerne stehe ich Ihnen für ein Gespräch über dieses entscheidende Zukunftsthema zur Verfügung. Ein Anruf genügt: +49 6172 805 377



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